Presseberichte

 

Doppelsitzer Wettbewerb

im Segelkunstflug in

Meschede-Schüren EDKM

 

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Kopfüber-Wettbewerb „DOSI 2012“ im Sauerland, 22. und 23. September

 

 

DOSI, so nennt sich der Segelkunstflugwettbewerb, der auf dem Flugplatz Meschede-Schüren im Sauerland stattfand und dieses Jahr sein 10. Jubiläum feiert. Dieser Wettbewerb richtet sich in erster Linie an Pilotinnen und Piloten, die noch keine oder wenig Wettbewerbserfahrung im Segelkunstflug haben. Aber auch einige erfahrene Kunstflugpiloten haben sich zu diesem Wettbewerb angemeldet. Geflogen wird auf herkömmlichen Schulungsdoppelsitzern wie z.B. ASK 21. Im hinteren Sitz flog aus Sicherheitsgründen immer ein erfahrener Wettbewerbspilot mit, von dem die Segelkunstflugneulinge auch direkt lernen konnten.

 

 

 

Am Freitagnachmittag ging es um 15:00 Uhr auf dem Segelflugplatz Nastätten los. Gute 180 Km lagen vor uns, für die wir im Feierabendverkehr und mit dem langen Gespann fast 3 Stunden benötigten.

 

Mit spürbar großer Gastfreundschaft wurden wir auf dem Flugplatz von der Wettbewerbsleitung - Lothar und Elke Bieker - aber auch von den örtlichen Vereinsmitgliedern des LSV Meschede-Schüren empfangen. Nach dem wir einen Platz für unseren „YF“ Anhänger zugewiesen bekamen, gingen wir gleich daran das Flugzeug für den nächsten Tag aufzurüsten. Zwei Fliegerkameraden aus Braunfels - Benjamin Agsten und Jens Ruppert - haben uns beim Aufbauen tatkräftig geholfen. In kurzer Zeit waren dann sowohl unser Flieger als auch deren ASK 21 gemeinsam aufgebaut. Auch ein Hallenplatz stand für unsere beiden Flugzeuge zur Verfügung.

 

Insgesamt fanden sich im Laufe des Freitagabend alle gemeldeten Wettbewerbsteilnehmer und Helfer auf dem Flugplatz ein. Nach einem sehr leckeren Abendessen fand dann so gegen 22:00 Uhr noch ein ausführliches Briefing von der Wettbewerbsleitung und dem Chef der Jury statt.

 

 

 

Der Samstagmorgen war wettertechnisch nicht so prickelnd. Es hatte in der Nacht etwas geregnet und die Wolkenuntergrenze lag so bei 200 Metern über den Höhenrücken des Sauerlands. Nach dem gemeinsamen Frühstück wurden so gegen 9:30 Uhr die Flieger zum Start 22 gezogen.

 

Das Wetter verbesserte sich im Laufe des Tages deutlich und so konnte gegen 13:00 Uhr der erste Wettbewerbsstart stattfinden. Gestartet wurde in Richtung 22 mit F-Schleppmaschinen auf der Asphaltbahn. Die Kunstflugbox lag westlich vom Platz mit der östlichen Grenze entlang der Landebahn. Die Wettbewerbsjury saß ca. 150 Meter östlich vom Platz auf einem Hügel. Insgesamt bestand die Jury aus 3 Personen und einigen weiteren Helfern.

 

 

 

Der Verkehrslandeplatz Meschede-Schüren (EDKM) ist ein sehr moderner Flugplatz, an dem auch intensiv Segelflug betrieben wird. Die Anfänge der Fliegerei reichen dort zurück bis in die 30er Jahre. Motorflugzeuge bis 5.7 t können hier auf der 900 m langen und 30 m breiten Bahn landen.

 

Erst beim morgendlichen Briefing haben die Wettbewerbspiloten das zu absolvierende Kunstflugprogramm erfahren. Nun, ein paar Figuren nach Lust und Laune am Himmel zu fliegen, ist das Eine, ein unbekanntes Programm flüssig, harmonisch und möglichst fehlerfrei abzufliegen und dabei auch nicht die Orientierung in der Kunstflugbox zu verlieren, ist etwas ganz anderes. Insbesondere auch dann, wenn dabei Figuren zu fliegen sind, die bis dato einigen Anfängern unbekannt waren, wie z.B. das Käseeck oder der Humpty. Alle Teilnehmer haben an dem Samstagnachmittag den 1. Durchgang absolviert.

 

 

 

Der zweite Durchgang wurde am Sonntagmorgen geflogen. 9 Kunstflugfiguren in etwas anderer Zusammensetzung standen diesmal auf dem Programm. Auch die Startreihenfolge wurde von der Wettbewerbsleitung geändert. Die Wolkenbasis war an diesem Morgen sehr hoch, sodass die ersten Starts bereits um 10:00 Uhr beginnen konnten. Etwa 700 bis 800 Höhenmeter wurden für das Abfliegen der Kunstflugfiguren benötigt. Dabei muss der Pilot hohe körperliche Belastungen durch Beschleunigungskräfte bis u 5 g aushalten.

 

 

 

Während ein Flugzeug in der Kunstflugbox sein Programm absolvierte, wurde parallel bereits das nächste auf die Abflughöhe von 1200 Metern geschleppt. Die Piloten studierten aufmerksam vom Boden aus wie der Kunstflieger in der Box sein Programm abspulte. Die dabei beobachteten Auffälligkeiten wurden in der Gruppe diskutiert und verarbeitet.

 

 

 

Malte war am Samstag auf der Startliste an vorletzter Position. Um ca. 17:00 Uhr war es dann endlich soweit. Auf dem hinteren Sitzplatz flog als erfahrener Kunstflugpilot Benjamin Agsten aus Braunfels mit. Er hat bereits seit einigen Jahren Erfahrung im Segelkunstflug und auch schon zahlreiche Wettbewerbe erfolgreich bestritten. Beim 2. Durchgang, am Sonntagmorgen, hatte Malte in der Startreihenfolge die 9. Position.

 

 

 

Insgesamt dauerte so ein Flug ca. 19 min, davon benötigt der F- Schlepp etwa 12 min, um die erforderliche Abflughöhe über dem Platz zu erreichen. Das eigentliche Kunstflugprogramm dauerte dann ca. 4 min und nach weiteren 3 min war die ASK 21 wieder sicher am Boden.

 

 

 

Für den F-Schlepp standen ein Motorsegler mit 115 PS vom Type Dimona und eine 180 PS starke JOB 15-150/2 für die insgesamt 3 Kunstflugdoppelsitzer zur Verfügung. Die JOB 15 ist ein dreisitziges, einmotoriges Leichtflugzeug, das von der Firma Josef Oberlerchner Holzindustrie in den 60er Jahren gebaut wurde.

 

 

 

Sehr hilfreich für die Segelkunstflugneulinge war das gemeinsame Trockentraining mit den erfahrenen Co-Piloten. Vor und nach jedem Flug wurde das gesamte Kunstflugprogramm in allen Details Schritt für Schritt durchgesprochen. Nur durch eine solche Rückkopplung erfahren die Nachwuchspiloten an welchen Stellen sie sich verbessern müssen.

 

Wichtig dabei ist auch das mentale Training vor dem Start, denn in den rund 4 min, die der Kunstflug dauert, bleibt wenig Zeit um sich mit der nächsten Figur zu beschäftigen.

 

 

 

Hier gibt Martina Kirchberg, deutsche Meisterin im Segelkunstflug, ihre Erfahrungen an den Nachwuchs weiter. Dabei werden nicht nur Tricks und Kniffe für das korrekte Fliegen der Kunstflugfiguren besprochen, auch das Thema Sicherheit spielte dabei immer eine große Rolle.

 

 

 

Auch die Jury arbeitete wirklich professionell. Kurz nach jedem Wettbewerbstag standen im Internet auf der Webseite:

 

http://pilot-media.de/dosi2012/index.htm

 

die Ergebnisse des jeweiligen Tages. Am Ende des 1. Wertungstag stand Malte auf Platz 3, was er aber am 2. Tag mit Platz 11 nicht halten konnte. Insgesamt hat er als Nachwuchspilot den 7. Platz unter allen Teilnehmern erreichen können, was ein wirklich gutes Ergebnis ist.

 

 

 

Richtig spannend wurde es bei der Siegerehrung. Wettbewerbsleiter Lothar Bieker (rechst) und auch Tobias Tebbe (links) Geschäftsführer vom LSV Meschede-Schüren fassten die beiden Kunstflugtage in der Aufgabenstellung und im Ergebnis noch einmal zusammen und erwähnten besonders den reibungslosen und sicheren Ablauf. Auch die Jury lobte die Piloten für die gezeigten Leistungen und für den sicheren Flugbetrieb.

 

Insgesamt standen 6 Pokale und auch einige interesante Wettbewerbspreise auf dem Tisch. Bei der Siegerehrung wurden die drei besten Piloten insgesamt aber auch den drei besten Segelkunstflugneulinge mit einem Pokal geehrt.

 

 

 

Elke Bieker errang den 3. Platz unter den Neulingen, Johan Vehloo aus Holland wurde 2ter und Malte war sichtlich überrascht, als sein Name aufgerufen wurde und er den Pokal für den 1. Platz der Nachwuchspiloten überreicht bekam.

 

 

 

Ganz zum Schluss der Siegerehrung wurde es noch mal richtig fesselnd für die Teilnehmer, denn da standen noch 3 sehr attraktive Wettbewerbspreise der Firma Zeitflügel auf dem Tisch. Gemeinsam mit der Jury entschied die Wettbewerbsleitung diese 3 Fliegeruhren an folgende Teilnehmer zu vergeben: Johan Veloo, für die weiteste Anreise aus Holland; Nikolaus Rupp, für den 2. Gesamtplatz und Malte Diederichs, für das beste Ergebnis der Nachwuchspiloten.

 

Andreas Brückner (rechts vorne) errang den 3. Platz in der Gesamtwertung und Jan Schröjahr (links sitzend) vom LSV Meschede-Schüren, wurde als bester Kunstflugpilot ausgezeichnet.

 

 

 

Ein besonderer Dank geht an Lothar und Elke Bieker, die unermüdlich seit 10 Jahren diesen Wettbewerb hervorragend organisieren. Auch die Küche mit ihrer sehr guten Verpflegung ist hier ausdrücklich zu nennen. Dank gebührt auch dem ausrichtenden Verein für die zur Verfügung gestellte ASK 21, die Hallenplätze, die Schleppflugzeuge mit Piloten und den vielen Helfer.

 

Text und Bilder von Malte und Rolf W. Diederichs

 

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